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Kinderwunsch Zentrum Dresden

Zyklusüberwachung

Menstruationzyklen mit unregelmäßigem Blutungsmuster sind häufig Ausdruck einer fehlenden oder gestörten Eizellreifung. Die Kontrolle der Eizellreifung durch Ultraschalluntersuchungen und Hormonbestimmungen aus dem Blut ermöglicht den optimalen Zeitpunkt für Geschlechtsverkehr oder Insemination zu bestimmen.

Ovarielle Stimulationstherapie

Zum Herbeiführen oder zur Verbesserung der Eizellreifung ist häufig eine Hormonbehandlung / hormonelle Stimulation erforderlich ( siehe auch "Medikamente" ). Dies geschieht mit Tabletten oder Spritzen, welche die Frau sich - nach Anleitung - selbst ins Unterhautfettgewebe injizieren kann. Die Wirkung dieser hormonellen Therapie wird mit Ultraschalluntersuchungen und Hormonbestimmungen im Blut überwacht.

Intrauterine Insemination

Zum Zeitpunkt des Eisprungs werden besonders aufbereitete, "gewaschene" Spermien des Partners ( = sog. homologe Insemination ) mit Hilfe einer Spritze und eines dünnen Katheters direkt in die Gebärmutterhöhle übertragen. Die Insemination wird bevorzugt bei leichtgradiger Einschränkung der männlichen Zeugungsfähigkeit eingesetzt. …

Auch Auffälligkeiten im Bereich des Gebärmutterhalses, die ein Aufsteigen der Spermien in die Gebärmutterhöhle stören, können Anlaß einer Insemination sein. Je nach Indikationsstellung liegt die Erfolgsaussicht bei diesem Verfahren zwischen 10 bis 15 Prozent pro Zyklus. Eine intrauterine Insemination stellt eine einfache und nebenwirkungsarme Therapie dar, sie sollte aber höchstens drei- bis viermal durchgeführt werden, da danach nur noch eine geringe Aussicht auf Erfolg besteht.

Heterologe Insemination

Bei völligem Fehlen von Spermien des Partners, z. B. infolge Krankheit, einer Operation oder Strahlentherapie, kann die intrauterine Insemination auch mit Spendersamen ( = sog. heterologe Insemination ) durchgeführt werden. Das Kinderwunschzentrum Dresden bietet diese Methode nicht an.

In Vitro Fertilisation - IVF

„IVF“ steht für In-vitro-Fertilisation, also die Befruchtung von Eizellen durch Spermien außerhalb des Körpers. Seit dem ersten "Retortenbaby" 1978 wurde diese Methode immer weiter entwickelt und verbessert. …

Bei diesem Verfahren werden die Eierstöcke durch Spritzen, die Sie sich selbst verabreichen können, hormonell stimuliert, so daß mehrere Eizellen heranreifen. Ca. 36 Stunden nach Auslösen des Eisprunges mit einer Hormonspritze (z.B. hCG) werden die Eizellen in einer kurzen Narkose durch die Scheide abgesaugt. Hierzu führt man eine vaginale Ultraschall-Untersuchung durch. Mit Hilfe einer am Ultraschallkopf befestigten Führungsschiene kann die Punktionsnadel präzise durch das obere Scheidenende direkt in den Eierstock geführt werden, um so die Follikelflüssigkeit mit den Eizellen aus den Eibläschen (Follikeln) abzusaugen. Durch die dauernde Ultraschallkontrolle gelingt dies sehr schonend, Komplikationen sind sehr selten.

Nach der Samenabgabe des Mannes und Aufbereitung des Ejakulates durch Wasch- und Zentrifugationsvorgänge werden die Eizellen und Spermien in einer speziellen Nährlösung zusammengebracht (Foto). Die Spermien dringen ohne weitere Hilfestellung in die Eizellen ein. Die Befruchtungsrate kann bei dieser Methode sehr unterschiedlich sein.

Die befruchteten Eizellen entwickeln sich durch Zellteilung zu Embryonen weiter:

  • Tag Eizellpunktion + 1 = Vorkernstadium
  • Tag Eizellpunktion + 2 = 2-4-Zellstadium
  • Tag Eizellpunktion + 3 = 6-8 Zellstadium
  • Tag Eizellpunktion + 4 = Beerenstadium (Morula)
  • Tag Eizellpunktion + 5 = Bläschenstadium (Blastocyste)


Intrazytoplasmatische Spermieninjektion - ICSI

Die intracytoplasmatische Spermien-Injektion (ICSI) ist eine Zusatzmaßnahme im Rahmen der IVF, die bei schlechterer Samenqualität des Mannes zur Anwendung kommt.Im Gegensatz zur IVF kann die Befruchtung in diesen Fällen nicht von selbst geschehen, sondern es wird ein Spermium ausgewählt und direkt in die Eizelle injiziert. Mit dieser Methode werden je nach Alter der Frau Befruchtungsraten im Bereich von ca. 75% erzielt.

Physiologische Intracytoplasmatische Spermieninjektion

Bei der Zusatzleistung PICSI werden die Spermien für die Injektion aufgrund deren Bindung an ein Substrat selektiert, dass auch an der menschlichen Eizelle vorkommt. Nur ausgereifte Spermien binden an diese Substanz. Somit hat man neben der Beweglichkeit und Morphologie ein weiteres Kriterium zur Auswahl des "besten" Spermiums.

Wir empfehlen diese Behandlung nur bei bestimmten Vorraussetzungen. In der Mehrzahl der Fälle wird eine PICSI nicht nötig sein. Hierzu beraten wir Sie in unserer Sprechstunde. Weitere Informationen können Sie auch im Flyer des Herstellers erhalten, den wir Ihnen im Kinderwunschzentrum Dresden bereitstellen.

Embryotransfer

Nach der Befruchtung der Eizelle können sich die daraus entstandenen Embryonen bis zu fünf Tage im Labor weiterentwickeln. Der Zeitpunkt des Embryotransfers wird individuell entschieden, wird aber in der Regel am zweiten oder dritten Tag nach der Punktion durchgeführt. Der Transfer erfolgt mit einem weichen Kunststoffkatheter und es werden 1-3 Embryonen transferiert.

TimeLapse Inkubator - Informationen zur Eizellkultur

Bei der künstlichen Befruchtung werden die Eizellen der Frau entnommen, außerhalb des menschlichen Körpers befruchtet und in einem speziellen Brutschrank kultiviert. Das Kulturmedium und die Bedingungen im Brutschrank bilden dabei das Milieu im menschlichen Körper nach, in dem sich die Eizellen normalerweise zu diesem Zeitpunkt befinden würden.

Während der Entwicklung im Inkubator ist es unumgänglich, die Eizellen zu bestimmten Zeitpunkten zu kontrollieren. Diese mikroskopischen Untersuchungen, die möglichst kurzgehalten werden, können Aussagen über den korrekten Verlauf der Entwicklung ermöglichen. Abweichungen vom normalen Verlauf können erkannt werden und die Auswahl der optimalen Eizellen unterstützen. Logischerweise befinden sich die Zellen bei einer herkömmlichen mikroskopischen Untersuchung nicht in ihrer optimierten Umgebung im Brutschrank. Deshalb müssen diese Untersuchungen so selten wie möglich stattfinden, die Verweildauer außerhalb des Brutschranks muss minimal gehalten werden. Vor einigen Jahren sind Brutschränke entwickelt worden, die dieses Problem elegant umgehen. In diesen Geräten werden die Eizellen im Brutschrank via Videomikroskopie beobachtet. Im Abstand weniger Minuten wird jede einzelne Eizelle im Infrarotbereich fotografiert, sodass eine lückenlose Beobachtung ohne Störung der Zellen möglich ist. Das Resultat dieser Dauerüberwachung ist eine Zeitraffer-Videoaufnahme (TimeLapse) der Entwicklung jeder einzelnen Eizelle. Dem Embryologen steht damit eine ganz neue Informationsquelle zur Beurteilung der Entwicklung zur Verfügung. Diese Geräte werden mittlerweile in zahlreichen Zentren eingesetzt. Die internationale Forschung hat zu völlig neuen Bewertungskriterien geführt, die bei Einsatz dieser Technik angewandt werden können. Auch in unserem Zentrum steht ein solches Gerät zur Verfügung. Neben den umfangreichen Informationen, die durch die Auswertung der Zeitrafferaufnahmen gewonnen werden, bietet dieses Gerät absolut stabile Kulturbedingungen. Im 5-Minuten-Takt werden von jeder Eizelle 7 Fotos in verschiedenen Fokusebenen gemacht. Die Belichtungsdauer beträgt jeweils nur wenige Millisekunden. Das „Fotolicht“ liegt im Infrarotbereich, wodurch ein Einfluss auf die Zellen verhindert wird.

Die Vorteile der Embryokultur im Miri-TL-Inkubator:

  • optimale, völlig ungestörte Kulturbedingungen von der Behandlung bis zum Embryotransfer
  • engmaschige Überwachung der Zellentwicklung durch eingebaute Videomikroskopie
  • Aussagen über dynamische morphologische Ereignisse durch Zeitraffervideos.

In Studien zeigte sich eine Erhöhung der Implantationsrate, eine Reduktion der Frühabortrate und somit eine Erhöhung der fortlaufenden Schwangerschaftsrate.
Die Kosten für diese Zusatzleistung übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nicht. Die Zusatzkosten entstehen durch die mit dieser Technik verbundenen Materialkosten, sowie durch die zusätzliche tägliche zytologische Beurteilung der aufgezeichneten Zellentwicklung.

TimeLapse-Inkubator



Assisted hatching

Die Eizelle und damit auch der Embryo ist von einer Hülle, der sog. Zona pellucida, umgeben und geschützt. In dieser Hülle entwickelt sich der frühe Embryo, bis er durch seinen Wachstumsdruck die Zona aufplatzen läßt. Dieser Moment wird als das "Schlüpfen" (engl. hatching) des Embryos bezeichnet. Der Vorgang wird durch enzymatische Prozesse unterstützt.

Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die dieses "Schlüpfen" verhindern können, so z.B. durch eine Verhärtung oder Verdickung der Zona pellucida. Schafft der Embryo es nicht seine Umhüllung zu verlassen, ist eine Einnistung in der Gebärmutterschleimhaut natürlich von vorne herein ausgeschlossen. Dieses Problem kann man umgehen, indem man die Zona pellucida an einer Stelle "ausdünnt". Dies geschieht mittels eines Lasers, der eine Art Sollbruchstelle in der Zona pellucida erzeugt. Diese Zusatzleistung wird als "Assisted Hatching" bezeichnet.Dieser Vorgang schadet dem Embryo definitiv nicht, das wurde in diversen Studien gezeigt. Trotzdem ist das Assisted Hatching nicht bei jeder Patientin sinnvoll, weil es in bestimmten Fällen keine Vorteile bringt.
Wir empfehlen das Assisted Hatching nur bei Patientinnen ab dem 36. Lebensjahr, nach mehrfachen erfolglosen Embryotransferen oder beim Kryo-Transfer. Immer beliebter wird bei unseren Patientinnen die Variante "Hatching bei Bedarf". Hier wird im Labor entschieden ob die Behandlung sinnvoll ist, z.B. weil die Zona pellucida zu "dick" oder zu "fest" ist.
Welche Variante für Sie sinnvoll ist, werden wir in einem persönlichen Gespräch erörtern.

Hodenbiopsie - TESE

TESE steht für testikuläre Spermien-Extraktion und meint die Gewinnung von Spermien aus einem Stück Hodengewebe, das vor einer geplanten ICSI-Therapie entnommen werden muss. Diese Gewebsentnahme wird durch spezialisierte Urologen durchgeführt.

Die Operation erfolgt in der Regel bereits im Vorfeld der geplanten ICSI-Therapie. Die Gewebeproben werden mikrospkopisch auf Eignung untersucht und anschließend eingefroren (kryokonserviert). Im Idealfall kann mit jedem Stückchen Hodengewebe eine ICSI-Therapie durchgeführt werden. Die Kombination einer ICSI-Behandlung mit der TESE kann die Erfüllung des Kinderwunsches auch dort ermöglichen, wo sich keine Spermien im Ejakulat finden. Eine solch komplexe Therapie ist nur durch enge Zusammenarbeit mit den Urologen möglich. In vielen Fällen ist auch eine Beratung durch einen erfahrenen Humangenetiker im Vorfeld der Therapie sinnvoll. Weitere Informationen zu urologischen Fragestellungen finden Sie z.B. bei unserem Koorperationpartner "Urologische Gemeinschaftspraxis Dresden-Friedrichstadt".

Kryokonservierung – Einfrieren von Spermien, Hodengewebe, befruchteten Eizellen

Das Einfrieren von Spermien kann sinnvoll sein, wenn auf Grund einer Erkrankung des Mannes eine Hodenoperation oder eine Chemo- bzw. Strahlentherapie geplant ist, die eine Einschränkung der Fruchtbarkeit erwarten läßt, anschließend aber noch Kinderwunsch besteht. 

Im Einzelfall kann auch vor längerer Abwesenheit des Mannes das Einfrieren von Spermien gewünscht sein. Die eingefrorenen Spermien können dann je nach Ausgangssituation für eine ICSI-Therapie oder auch eine Inseminations-Therapie verwendet werden.
Auch das anläßlich einer TESE (siehe auch dort) gewonnene Hodengewebe bzw. die so gewonnenen Spermien können kryokonserviert und für eine folgende Kinderwunsch-Therapie genutzt werden. Werden im Rahmen einer IVF- oder IVF/ICSI-Behandlung mehr Eizellen befruchtet, als bis zum Embryo-Transfer weiterkultiviert werden sollen, so können solche "überzähligen" befruchteten Eizellen kryokonserviert werden. Falls nötig können diese zu einem späteren Zeitpunkt aufgetaut, kultiviert und als Embryo in die Gebärmutterhöhle übertragen werden - dies ermöglicht den Eintritt einer Schwangerschaft, ohne daß erneut alle Therapie-Schritte einer IVF- oder IVF/ICSI-Therapie durchlaufen werden müssen. Das Verfahren ist bewährt und steigert die auf die Eizellentnahme bezogene Schwangerschaftsrate.

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