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Blastozystentransfer: Ablauf, Erfolgschancen und medizinische Hintergründe

Wie der Transfer einer Blastozyste die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen kann – verständlich, evidenzbasiert und einfühlsam erklärt.

Einführung
Der Weg durch eine Kinderwunschbehandlung ist emotional und medizinisch anspruchsvoll. Viele Paare hoffen, dass ein Blastozystentransfer ihre Chancen auf eine Schwangerschaft verbessert. Gleichzeitig entstehen Fragen: Was passiert nach dem Transfer? Welche Erfolgschancen sind realistisch? Ab wann zeigt ein Test verlässliche Ergebnisse? Dieser Text erklärt den Blastozystentransfer transparent und medizinisch fundiert – mit dem Ziel, Orientierung und Zuversicht zu schaffen, ohne falsche Erwartungen zu wecken.

Was ist ein Blastozystentransfer?

Beim Blastozystentransfer wird ein Embryo im Blastozystenstadium – also am Tag 5 oder 6 nach der Befruchtung – in die Gebärmutter übertragen. In dieser Phase sind Embryonen besonders entwicklungsfortgeschritten und besitzen bereits eine frühe Form innerer Zellschichten, die später Plazenta und Embryo bilden.

Eine Blastozyste weist folgende Merkmale auf:

  • Flüssigkeitsgefüllte Höhle (Blastozele)
  • Innere Zellmasse (Embryoblast)
  • Äußere Zellschicht (Trophoblast)

Diese Struktur erlaubt eine zuverlässigere Beurteilung der Entwicklungsqualität. Daher wird der Blastozystentransfer häufig mit höheren Schwangerschaftsraten in Verbindung gebracht.

Ablauf des Blastozystentransfers

Entwicklung der Embryonen bis Tag 5/6

Embryonen, die bis zur Blastozyste kultiviert werden, durchlaufen eine natürliche Auswahl:

  • Tag 1: Befruchtung
  • Tag 2–3: Teilungsstadium
  • Tag 4: Morula
  • Tag 5–6: Blastozyste

Nur Embryonen mit stabiler Entwicklung erreichen diese Phase. Dadurch kann das Labor gezielt den Embryo mit der besten Prognose auswählen.

Der eigentliche Transfer

Der Transfer erfolgt:

  • unter Ultraschallkontrolle
  • mit einem sehr dünnen Softkatheter
  • schmerzfrei und ohne Narkose
  • in wenigen Minuten

Die Blastozyste wird sanft in die Gebärmutterhöhle eingebracht. Danach beginnt die Einnistungsphase.

Was passiert nach dem Blastozystentransfer?

Nach dem Transfer folgen mehrere biologische Schritte, die entscheidend für den Erfolg sind.

Der zeitliche Ablauf der Einnistung

Tag 5/6: Embryo in der Gebärmutter

Tag 6–7: „Schlüpfen“ aus der Zona pellucida

Tag 7–8: Beginn der Einnistung

Tag 9–10: Entwicklung des frühen Trophoblasten

Tag 10–12: Beginn der hCG-Produktion

Diese Zeiträume sind Richtwerte, denn Embryonen entwickeln sich individuell.

Spürt man die Einnistung nach Blastozystentransfer?

Es gibt keine wissenschaftlich gesicherten Symptome, die eine Einnistung beweisen. Viele Wahrnehmungen entstehen durch:

  • hormonelle Unterstützung
  • ein leichtes Druckgefühl vor allem nach vorangegangener Hormonstimulation

Medizinisch lässt sich die Einnistung nicht durch Empfindungen beurteilen.

hCG-Wert nach Blastozystentransfer – realistische Orientierung

Viele Paare wünschen sich eine Tabelle oder klare Orientierung. Wichtig ist: hCG-Werte variieren stark.

hCG-Wert nach Blastozystentransfer (Tabelle)

(Orientierungswerte – keine Diagnose)

Tag nach Blastozystentransfer Typischer hCG-Bereich
+5 meist noch nicht messbar
+6 5–25 mIU/ml (breite Spanne)
+7 10–50 mIU/ml
+8 20–100 mIU/ml
+9 30–200 mIU/ml
+10 50–300 mIU/ml
+11 70–500 mIU/ml
+12 100–700 mIU/ml

Die Beurteilung erfolgt immer anhand der Dynamik, nicht eines einzelnen Wertes.

Ab wann ist ein Urintest nach Blastozystentransfer möglich?

Ein Blastozystentransfer verkürzt nicht automatisch die Wartezeit. Der früheste Zeitpunkt für einen relativ verlässlichen Urintest ist:

  • 10 Tage nach Blastozystentransfer

Vor Tag 9 kommt es häufig zu falsch-negativen Tests bzw. zu Verfälschungen durch die vorangegangene Auslösespritze Für ein sicheres Ergebnis empfehlen Kliniken jedoch:

  • Bluttest an Tag 12–14 nach Blastozystentransfer

Wann erfolgt der Bluttest nach Blastozystentransfer?

Das Kinderwunschzentrum Dresden führt den Bluttest üblicherweise an:

  • Tag 12 bis 14 nach Transfer
  • abhängig vom individuellen Protokoll
  • inklusive hCG-Verlaufskontrolle bei Bedarf

Der Bluttest ist deutlich verlässlicher als Urintests, da er minimale Anfangskonzentrationen erkennt.

Blastozystentransfer Erfolgsrate: Was sagt die Evidenz?

Datenlage aus Studien und Registern

Metaanalysen zeigen:

  • Blastozystentransfers erzielen oft höhere Implantationsraten als Tag-2/3-Transfers

 da nur 1 Embryo transferiert wird, werden Mehrlingsschwangerschaften mit erhöhtem Risiko für Frühgeburtlichkeit und anderen Risiken während der Schwangerschaft vermieden.

  • Schwangerschaftsraten liegen international bei 40–55 % pro Transfer (altersabhängig)
  • Lebendgeburtenrate bleibt der entscheidende Parameter – und ist altersabhängig

Warum Blastozystentransfer bessere Chancen bieten kann

  • bessere Auswahl des entwicklungsstärksten Embryos
  • physiologischere Synchronisation mit der Gebärmutter
  • höhere Implantationswahrscheinlichkeit pro Transfer

höhere Sicherheit in der Schwangerschaft durch Vermeidung von Mehrlingsschwangerschaften

Trotzdem gilt: Keine Methode kann eine Schwangerschaft garantieren.

Wie hoch sind die Chancen bei Blastozystentransfer?

Orientierungswerte nach Alter (international):

  • unter 35 Jahren: 45–50 %
  • 35–37 Jahre: 35–40 %
  • 38–40 Jahre: 25–30 %
  • über 40 Jahre: 10–20 %

Dies sind Durchschnittswerte – individuelle Faktoren sind entscheidend:

  • Qualität der Blastozyste
  • Ursache der Infertilität
  • Gebärmutterschleimhaut
  • hormonelle Situation
  • Verlauf vorheriger Transfers

Wie hoch ist das Risiko einer Fehlgeburt beim Blastozystentransfer?

Fehlgeburtenraten hängen primär vom Alter der Patientin und der chromosomalen Zusammensetzung des Embryos ab, nicht vom Transferzeitpunkt.

Internationale Studien zeigen:

  • unter 35 Jahren: ca. 10–15 %
  • 35–39 Jahre: 15–25 %
  • ab 40 Jahren: 30–50 %

Ein Blastozystentransfer erhöht das Fehlgeburtsrisiko nicht.

Welche Nachteile hat der Blastozystentransfer?

Medizinische und praktische Nachteile

  • Nicht alle Embryonen schaffen es bis Tag 5/6
  • Risiko, dass am Ende weniger Embryonen für einen Transfer zur Verfügung stehen
  • Höhere Laborkosten
  • Erfordert erfahrene Embryologie und stabile Kulturbedingungen

Wann der Blastozystentransfer nicht empfohlen wird

  • sehr geringe Eizellzahl
  • Embryonen mit begrenztem Entwicklungsverhalten
  • wiederholte Entwicklungsabbrüche vor Tag 3 in früheren Zyklen

Hier kann ein früherer Transfer die bessere Option sein.

Kosten des Blastozystentransfers

Die Kosten variieren klinikabhängig. Typische Bereiche:

  • 400–500 Euro zusätzlich zum IVF-/ICSI-Zyklus
  • Private Zusatzleistung

 Das Kinderwunschzentrum Dresden erläutert die Kosten transparent im Vorgespräch.

Wie viele Versuche sind mit Blastozystentransfer üblich?

Es gibt keine medizinisch definierte Obergrenze. Die Zahl der empfohlenen Versuche hängt ab von:

  • embryologischer Entwicklung
  • Eizellreserve
  • Ursachen des unerfüllten Kinderwunsches
  • Ergebnissen früherer Transfers
  • individueller Belastbarkeit

In der klinischen Praxis sind 2–3 Blastozystentransfers pro Stimulationszyklus häufig, abhängig von der Anzahl kultivierbarer Embryonen.

FAQ zum Blastozystentransfer

Spürt man die Einnistung nach Blastozystentransfer?

Nein. Es gibt keine verlässlichen körperlichen Anzeichen. Wahrnehmungen entstehen überwiegend durch Hormone.

Ab wann zeigt ein Urintest ein verlässliches Ergebnis nach Blastozystentransfer?

Ein Urintest ist ab Tag 10 relativ zuverlässig. Der Bluttest an Tag 12–14 ist jedoch sicherer.

Welche Erfolgschancen hat ein Blastozystentransfer?

Je nach Alter und Ausgangslage 25–50 %. Individuelle Faktoren sind entscheidend.

Erhöht der Blastozystentransfer das Fehlgeburtsrisiko?

Nein. Die Fehlgeburtsrate hängt primär vom Alter und der Genetik des Embryos ab.

Welche Nachteile hat der Blastozystentransfer?

Höhere Laborkosten und das Risiko, dass Embryonen die Entwicklung bis Tag 5/6 nicht schaffen.

Call-to-Action

Wenn Sie wissen möchten, ob ein Blastozystentransfer in Ihrer persönlichen Situation sinnvoll ist, unterstützt das Kinderwunschzentrum Dresden Sie mit einer einfühlsamen und fachkundigen Beratung.

Jetzt Beratung vereinbaren – bequem und vertraulich über Doctolib.

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